Umstellung auf BARF

Ob das Umstellen auf BARF, also die Rohfütterung, von heute auf morgen oder besser Schritt für Schritt passieren sollte ist umstritten. Im Allgemeinen wird eine langsame Umstellung bevorzugt. Bei jungen Hunden hingegen wird oft empfohlen, ad hoc umzustellen. Die Praxis zeigt, dass beides möglich ist.

Aber: Ein schrittweises Umgewöhnen ist der schonendere Weg, denn der Hundekörper und sein Verdauungstrakt müssen sich erst an die neue Nahrung gewöhnen.

Wenn Sie Ihren Hund schnell auf BARF umstellen möchten, ist es sinnvoll, ihm mindestens einen Tag, besser noch zwei bis drei Tage vor der Umstellung keinerlei Futter zu geben, sodass sich keine „Restmengen“ des bisher gewohnten (Fertig-)Futters im Verdauungstrakt befinden.
Nach diesem(n) Fastentag(en) beginnen Sie mit Leichtverdaulichem wie in kleine Stücke geschnittenem Hühnchen- oder Putenfleisch und pürierten Möhren. Verteilen Sie die Mahlzeiten bei der Ad-hoc-Umstellung auf mehrere Rationen täglich und achten Sie beim Fressen auf Ihren Hund. Wie reagiert er auf das rohe Futter? Verträgt er auch alles gut?
Bleiben Sie ein paar Tage bei den leicht verdaulichen Komponenten. Danach können Sie beispielsweise mageres Rindfleisch dazu nehmen und andere pürierte Gemüse- und Obstsorten (wie Zucchini oder Apfel). Funktioniert das ebenfalls, kann die Nahrung noch etwas anspruchsvoller werden, wie etwa ein fettreicheres Fleisch (wie Kopffleisch vom Rind) oder verschiedene Gemüsesorten, die sich zum Rohfüttern eignen.

Die schrittweise Umstellung auf Rohfleisch wird, abhängig von Ihrem Hund, ca. zwei Wochen dauern. Bei dieser langsamen Umstellung dürfen die Fertigfutter-Portionen und die BARF-Portionen nicht miteinander gemischt werden und das gilt sowohl für Trocken- wie auch für Nassfutter. Der Grund ist: Im industriell gefertigten Futter, besonders im Trockenfutter, ist der Getreideanteil meist (sehr) hoch. Getreide aber hat eine völlig andere Verdauungszeit als das rohe Fleisch. Werden also diese beiden Komponenten zusammen an den Hund verfüttert, kann es zu Blähungen oder Durchfall kommen.
Deshalb: Beachten Sie einen Zeitraum von mindestens sechs Stunden, die zwischen der Fütterung von Getreide und rohem Fleisch liegen sollten.


Der erste Schritt bei der langsamen Umstellung kann beispielsweise sein, dass Sie Ihrem Vierbeiner kleine Happen an Frischfleisch (z. B. Putenfleisch) als Zwischenmahlzeit in den Futternapf geben oder beim Spielen als Belohnung anbieten.
Als zweiter Schritt folgt dann, dass Ihr Hund täglich zwei verschiedene Futterrationen bekommt: Die eine mit dem gewohnten (Fertig-)Futter und die zweite mit dem neuen, rohen Frischfutter. Als Beispiel: Er bekommt morgens das bisher bekannte Futter und abends eine kleinere Frischfuttermahlzeit.
Nehmen Sie auch hier zunächst nur eine Sorte Fleisch, die leicht verdaulich ist, wie klein geschnittenes oder gewolftes Hühnchen- oder Putenfleisch. Klappt das gut, können Sie eine zweite Sorte Fleisch hinzunehmen (mageres Rindfleisch). Nach und nach kann sich jetzt die Gewichtung der Rohfutter- und Fertigfutteranteile verschieben.
Im dritten und letzten Schritt wird ganz auf das gewohnte Futter verzichtet und Sie geben morgens und abends die BARF-Ration. Nun darf auch hier die Nahrung anspruchsvoller werden und Sie können auch fettreicheres Fleisch füttern.

Normalerweise nehmen Hunde gern rohes Fleisch an. Hat ein Hund aber von „Welpenbeinen“ an nur Fertigfutter bekommen, wird ihm das rohe Fleisch zu Beginn unter Umständen komisch vorkommen. Er kennt schlicht und ergreifend weder den Geruch oder den Geschmack, noch die Konsistenz von rohem Fleisch nicht und muss sich erst einmal daran gewöhnen.
Ist das der Fall kann das Fleisch in der Eingewöhnungszeit gerne gegart werden. Zu Beginn werden Sie es wahrscheinlich komplett durchgaren müssen, nach und nach kann aber die Garzeit dann verkürzt werden, so dass Ihre Fellnase das Fleisch immer roher bekommt. Zum Schluss übergießen Sie es nur noch mit heißem Wasser bis Sie das Fleisch im letzten Schritt komplett roh servieren können.

Wie beim Fleisch wird auch bei Gemüse und Obst mit einer Sorte und Leichtverdaulichem begonnen, wie mit pürierten Möhren oder Äpfel. Wenn das funktioniert, können Sie weitere andere pürierte Gemüse- und Obstsorten dazu nehmen wie Zucchini oder Banane. Eventuell können Sie das Gemüse zu Beginn leicht andünsten.

Noch ein Tipp: Rohe fleischige Knochen und Knorpel sollten Sie erst nach einer gewissen Gewöhnungszeit an die Rohfütterung geben. Hier empfiehlt es sich, erst nach vier bis fünf Wochen mit „Anfängerknochen“ wie Hühnerhälsen zu beginnen.

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