Was ist BARF

BARF

Rohes Gemüse und Obst sind ein wichtiger Bestandteil beim BARFen

Was ist BARF eigentlich? BARF stammt ursprünglich aus den USA. Bereits dort gab es die verschiedensten Auslegungen für den Begriff BARF wie z. B. „Born Again Raw Feeders“ („Neugeborene Rohfütterer“) oder „Bones And Raw Foods („Knochen und rohes Futter“). Ebenso ist es in Deutschland. Eine der verständlichsten deutschen Übersetzungen lautet: „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“.
Genauso gibt es aber auch verschiedene Interpretationen dafür, wie genau „barfen“ funktioniert, bzw. ob ein Hundehalter noch „richtig barft“, wenn er seinem Hund zusätzlich zu rohem Fleisch und Gemüse noch ab und an gekochtes Getreide oder Milchprodukte vorsetzt. Hundehalter bezeichnen sich wahlweise als „Vollbarfer“, „echter Barfer“, „Teilbarfer“ usw. und lassen oft an der Methode anderer kein gutes Haar. Allein daran wird sichtbar, wie stark emotional besetzt dieses Thema ist. Doch darum soll es in diesem Artikel nicht gehen, vielmehr möchte ich Ihnen das Barfen an sich und seine Bedeutung näher bringen.


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cover_zuschnitt260x60_3952Dieser Ratgeber zur richtigen Hundeernährung hat gerade noch gefehlt!

Sie finden hier alles Wichtige zum Thema BARF, also das Füttern mit rohen und frischen Zutaten, und darüber, was eine gesunde Ernährung für Ihren Hund bedeutet.

Sie bekommen aber auch Informationen „mit Herz“ serviert und gelegentlich mit einem Augenzwinkern, etwa in der Rubik „Das meint …“, wo Frauchen und Hündin Gina sich nicht immer einig sind.
Für ein vitales und ausgeglichenes Hundeleben – und einen Hund, der sich auf jede Mahlzeit freut!

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BARF-Fütterung bedeutet nicht reine RohFLEISCHfütterung! Die ausschließliche Ernährung eines Hundes durch (rohes) Fleisch ist schlicht und ergreifend zu einseitig. Zu einer ausgewogenen Ernährung gehören ebenso Gemüse, Salat und Obst, sowie rohe, fleischige Knochen, Öle, Kräuter, Nüsse und Milchprodukte sowie, je nach Verträglichkeit, gekochtes Getreide. Aber jetzt erstmal der Reihe nach.

Fleisch und Knochen

Natürlich sind Fleisch, Innereien, Knochen und Knorpel die wichtigsten Bestandteile des Barfens. Durch sie bekommt der Hund Eiweiß, Fette, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Geeignete Fleischlieferanten sind Rind, Geflügel, Lamm, Ziege, Pferd, Kaninchen, Wild sowie Fisch. Auf keinen Fall soll rohes Schweinefleisch an Hunde verfüttert werden, da sich darin das sogenannte „Aujeszky-Virus“ befinden kann. Dieses Virus, dessen Aufnahme für uns Menschen vollkommen ungefährlich ist, endet bei Hunden immer tödlich!
Auch das Verfüttern von rohen, fleischigen Knochen gehört zur Rohfütterung und dient der Zufuhr von Kalzium. Hier ist allerdings darauf zu achten, dass ein Hund, der noch nie zuvor Knochen bekommen hat, Schritt für Schritt daran gewöhnt werden muss. Denn ist die Ration zu groß, kann es zum sogenannten „Knochenkot“ kommen. Dieser Kot ist steinhart und bereitet dem Hund fiese Schmerzen beim Absetzen. Für „Anfänger“ eignen sich beispielsweise Hühnerhälse sowie Lammbrustbein sehr gut. Wichtig: Verfüttern Sie keine rohen Röhrenknochen oder gekochte, gebratene oder sonstig zubereitete Knochen. Diese können splittern!

Gemüse, Obst und Salat

Wie bereits eingangs erwähnt, setzt sich die Rohfütterung aus mehreren Faktoren zusammen. Neben dem Fleisch ist ein weiterer wichtiger Faktor rohes, fein püriertes „Grünzeug“ – also Gemüse, Salat und Obst. Sie liefern Ihrem Hund viele wichtige Vitamine, Mineralien, Enzyme, Kohlehydrate und Ballaststoffe. Fein püriert deshalb, weil dadurch die in der pflanzlichen Nahrung enthaltene Zellulose im Hundedarm aufgespalten und somit von unseren Vierbeinern überhaupt verarbeitet werden kann. Gut geeignet sind Karotten, Zucchini und Fenchel für die Gemüseportion; Chicoree, Rucola und Salatgurken für die Salatportion und Äpfel, Bananen und Ananas für die Obstportion.

Getreide

Hier sind wir bei einem Punkt angelangt, an dem sich die Geister scheiden. Für die einen gehört Getreide dazu, für die anderen trennt das einen „echten Barfer“ von „einem Teilbarfer“. Getreide gehört nicht unbedingt auf den „normalen“ Futterplan unserer Hunde und kann sogar Allergien auslösen (besonders Weizen). Möchten Sie es trotzdem mit in den Speiseplan für Ihren Hund aufnehmen, sollten Sie folgendes beachten: Das Getreide muss fein geschrotet, gemahlen, geflockt oder gekocht sein, sonst ist es für den Hund unverdaulich! Getreide, bzw. getreideähnliche Arten, die sich gut eignen sind z. B. Hirse, Amaranth und Quiona (bei diesen Sorten ist das Allergie-Risiko klein).

Milchprodukte

Ähnlich wie mit dem Getreide verhält es sich mit Milchprodukten – sie gehören nicht zum ursprünglichen Speiseplan eines Hundes, werden von ihnen aber durchaus gerne angenommen. Auch hier spielt die Verträglichkeit eine große Rolle. Möchten Sie Milchprodukte füttern und reagiert ihr Hund positiv darauf, eignen sich unter anderem Körniger Frischkäse, Ziegenmilch und Sauermilch sehr gut.

Nüsse, Öle, Eier und mehr

Nicht zuletzt sollte eine BARF-Mahlzeit auch mal Kerne, Nüsse, Eier, verschiedene Kräuter, Heilerde oder Grünlippmuschelpulver enthalten – um nur mal einen kleinen Teil der Zusätze zu nennen, die einem Hund, neben der eigentlichen Rohfütterung, noch gut tun.

Möchten Sie Ihren Hund barfen, dann setzen Sie sich mit dem Thema und dessen Handhabung gewissenhaft auseinander. Die ausgewogene Zusammensetzung des Futters sowie die Zufuhr aller wichtiger Vitamine und Mineralstoffe, über die Sie sich beim Verfüttern von Fertigfutter keine Gedanken machen müssen, liegen dann komplett in Ihrer Hand. Dennoch: BARF ist nicht so schwierig und aufwändig wie im Allgemeinen geglaubt wird. Wichtig ist, dass Sie sich intensiv über die Bedürfnisse eines Hundes im Allgemeinen und Ihres Hundes im speziellen informieren.
Achten Sie also genau auf die Bedürfnisse Ihres Hundes, denn Sie sollten das Barfen so gestalten, dass es Ihrem Hund dabei gut geht. Lehnt Ihr Hund vielleicht anfangs rohes Fleisch ab, dann sollten Sie es mit heißem Wasser übergießen oder kochen. Hat Ihr Hund Probleme mit Knochenkot, auch wenn die Knochenportion noch so klein war, dann ersetzten Sie den Kalziumlieferant Knochen eben durch Eierschalenpulver. Liebt und verträgt Ihr Hund beispielsweise Frischkäse oder Hirse, dann darf er auch das in Maßen gerne haben.

Übrigens: Die weit verbreitete Meinung, dass die Fütterung von rohem Fleisch Hunde aggressiv macht und deren Jagdtrieb verstärkt, stimmt nicht!

Wenn Sie also für Ihren Hund die „richtige“ BARF-Methode herausgefunden haben, dankt er es Ihnen mit Vitalität, guten Blutwerten, einem glänzenden Fell und – hoffentlich – mit einem langen Leben.

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