Hunderassen

Hund – ja oder nein?

Die Entscheidung sich einen Hund anzuschaffen darf nicht „zwischen Tür und Angel“ getroffen werden, sie setzt einige Überlegungen voraus. Natürlich steht im Vordergrund die Entscheidung für einen Hund als solchen, denn nicht für jeden ist das „Haustier Hund“ geeignet. Bevor Sie sich einen Hund anschaffen, sollten folgende Fragen geklärt sein:

1. Haben Sie genügend Zeit, sich 2 – 3 Stunden täglich um Ihren „Neuzugang“ zu kümmern und sind Sie bereit, die Verantwortung für Ihren Hund für die nächsten 10 – 15 Jahre zu übernehmen?
Ein Hund braucht seinen täglichen Auslauf – und damit ist nicht nur der Auslauf im Garten gemeint. Regelmäßige Gassigänge und Beschäftigungen sind ebenso wichtig wie die regelmäßige Fell- und Körperpflege. Auch ist er sicherlich nicht glücklich, wenn er täglich mehr als fünf Stunden alleine zu Hause sitzt. Und bedenken Sie, dass ein Hund durchaus einige Jahre bei Ihnen verbringen wird. Unsere Hunde beispielsweise sind alle im Schnitt 14 Jahre alt geworden.

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Hunderassen – Welche Rasse passt zu mir?

2. Welche Rasse soll Ihr neuer Mitbewohner haben? Und: Ist die Rasse, die Ihnen vorschwebt, auch die richtige für Sie und Ihre Familie?
Informieren Sie sich unbedingt über verschiedene Rassen und deren Eigenheiten. Sich für einen Hund nur nach seinem Aussehen zu entscheiden (oder gar einem „Trend“ folgend) ist kein guter Start. Ein Border Collie oder ein Deutscher Schäferhund ist bei einem „Couch-Potato-Herrchen“ sicherlich unterfordert – und somit sind Probleme vorprogrammiert. Machen Sie sich die Mühe und überlegen Sie sich VOR dem Kauf, was Sie von Ihrem zukünftigen Hund erwarten und auch, was Sie ihm bieten können.

Rasseinformationen sollten Sie sich im Übrigen genauso bei Mischlingshunden einholen!
Ebenso wichtig ist die Entscheidung zwischen einem Rüden oder einer Hündin. Setzen Sie sich mit dem „kleinen Unterschied“ bereits vor dem Kauf auseinander und entschieden Sie dann, ob eine Hündin oder eher ein Rüde in Frage kommt.

3. Wissen Sie, welche Kosten auf Sie zukommen?
Wie jedes Hobby, kostet auch ein Hund Geld. Hier nur einmal ein paar der Kostenfaktoren, die auf Sie zukommen: Futter (das natürlich je nach Größe des Hundes ein sehr variabler Kostenfaktor sein kann), Hundeschule, Hundebett, Leinen, Halsband und Geschirr, Tierarzt und/oder Tierheilpraktiker, Medikamente, Fachliteratur, Haftpflichtversicherung, Tierpension und so weiter und so fort.

4. Sind alle Familienmitglieder FÜR die Anschaffung eines Hundes?
Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass das „Thema Hund“ ausführlich besprochen wurde und, dass ALLE in Ihrem Haushalt lebenden Familienmitglieder mit dem Einzug des neuen Familienmitglieds einverstanden sind. Das erspart ein nachträgliches „Wenn und Aber“. Ist alles geklärt, kommt es darauf an, woher das neue Familienmitglied kommen soll und ob es ein Welpe oder ein bereits erwachsener Hund sein soll.

Bei einem Welpen:
Überlegen Sie vorab, in welche Familie der Hund passen soll. Ist Ihre Familie eher lebhaft, ist der ängstlichste Welpe aus dem Wurf sicher nicht die richtige Entscheidung. Wenn Sie lieber einen ruhigeren Hund haben möchten, ist wiederum der vorwitzige Welpe, der sofort an Ihrem Hosenbein hängt, nicht der Richtige. Nehmen Sie sich Zeit und besuchen Sie die Welpen mehrmals. Wenn Sie sich einen Welpen ausgesucht haben, beobachten Sie, wie dieser generell auf Menschen und natürlich im Speziellen auf Sie zugeht. Hat er Interesse an Ihnen? Lässt er sich mit einem Spielzeug locken? Lässt er es sich gerne gefallen, wenn Sie ihn behutsam streicheln oder reagiert er eher aggressiv oder ängstlich? Sprechen Sie mit dem Züchter – ein guter Züchter stellt Ihnen die richtigen Fragen und hilft Ihnen bei der Welpenauswahl sicherlich gerne weiter. Lassen Sie sich aber nicht entmutigen, wenn bei diesem besagten Wurf nicht der richtige Welpe für Sie dabei ist. Suchen Sie weiter, Sie werden „Ihren“ Welpen sicherlich finden.

Und noch etwas, was eigentlich selbstverständlich sein sollte:
Kaufen Sie Ihren Welpen niemals bei einem Massenzüchter (besser gesagt „Vermehrer“), der seine Welpen in einem dubiosen Hinterhof, auf einem Markt oder gar auf einem Parkplatz aus dem Kofferraum seines Autos heraus anbietet – und dies gilt sowohl für Deutschland wie auch für das Ausland! Diese Welpen sind meist krank, nicht geimpft und ohne Papiere. Auch, wenn Ihnen ein Impfpass gezeigt wird, heißt das noch lange nichts. Diese Impfpässe sind oft gefälscht. Ich kann mir gut vorstellen, dass es schwierig ist einfach wieder wegzugehen, sollte man an einen solchen unseriösen „Züchter“ geraten, und keinen der Welpen mitzunehmen – und sei es nur aus Mitleid. Aber diese Art der „Verramschung“ von Hundewelpen darf nicht unterstützt werden, denn durch den Kauf bei einem dieser Welpenhändler wird die Vermehrung der armen Kleinen nur noch angeheizt.

Mehr zu diesem Thema finden Sie übrigens in meinem Gratis E-Book „Der Welpen-Kauf“ – bald wieder zum Download bereit

Bei einem erwachsenen Hund:
Kommt ein erwachsener Hund zu Ihnen, hat er in seinem Leben vielleicht schon einige negative Erfahrungen gemacht. Es sei denn, Sie übernehmen den Hund eines netten Nachbarn oder von Freunden. Der Großteil allerdings kommt über Tierheime, dem Tierschutz oder der Tierhilfe zu Ihnen.
Woher und in welchem (Gemüts-)Zustand ein erwachsener Hund auch zu Ihnen kommt – versuchen Sie so viel wie möglich über ihn zu erfahren. Fragen Sie alle Menschen aus, die mit dem Tier zu tun haben oder hatten – Tierpfleger, Betreuer, Pflegefamilien und, wenn möglich, auch die Vorbesitzer. Je mehr Sie über den Hund wissen, desto besser können Sie einschätzen, ob der Vierbeiner wirklich zu Ihnen passt. Denn einen Hund nach wenigen Wochen wieder im Tierheim abgeben zu müssen, ist für Sie eine schlimme Sache und für den Hund ein weiteres Trauma.
Wenn Sie hunde-unerfahren sind oder noch ganz kleine Kinder haben, sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie sich der Herausforderung „Second-hand-Hund“ stellen möchten. Haben Sie sich genauestens informiert und sind sich sicher, dass Sie das alles meistern, kann zwischen Ihnen und Ihrem Hund aus zweiter Hand ein festes Band der Freundschaft entstehen.

5. Haben Sie den festen Wunsch und genügend Geduld, Ihren Hund ohne Gewalt und artgerecht zu erziehen und zu beschäftigen?
Einen Hund zu erziehen ist kein Kinderspiel. Es kann durchaus sehr mühsam sein und ähnelt in dem einen oder anderen Ansatz der Kindererziehung. Nicht zu vergessen die tägliche Beschäftigung, die Ihr Hund drinnen wie draußen benötigt, und das Sommer wie Winter.

6. Wie gerne sind Sie bei Sturm, Regen oder Schnee im Freien?
Gerade, wenn Sie sich einen Hund anschaffen, der viel Auslauf benötigt (und das sind die meisten), gilt auch für Sie – wetterfeste Kleidung anziehen und raus! Ein Hund will auch bei Regen und Schnee seine Runden drehen!

7. Bitte klären Sie im Vorfeld ab, ob ein Mitglied Ihrer Familie allergisch auf Tiere und natürlich im Speziellen auf Hunde reagiert.
Das ist ein wichtiger Punkt, denn das Zusammenleben mit einem Hund würde auf Dauer unerträglich werden, zeigt jemand allergische Reaktionen. Wäre das der Fall, ist es besser sich keinen Hund anzuschaffen, denn es ist dem Hund gegenüber sicher nicht fair, es „doch einfach mal auszuprobieren“…