Tierheimhunde

In Deutschland gibt es ca. 5,5 Millionen Hunde, die mit uns in unseren Haushalten lebten. Über 100.000 davon landen jährlich aus irgendeinem Grund in einem von ca. 800 Tierheimen in Deutschland – und werden Tierheimhunde .

Leider gibt es viele Menschen, die ihren einst besten Freund auf dem Weg in den Urlaub an irgendeiner Raststätte „vergessen“ oder ihn gar aus dem fahrenden Auto werfen. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass Radiodurchsagen mit dem Text „Zwischen den Anschlussstellen x und y ist ein Hund auf der Autobahn“ zu Ferienzeiten sprunghaft ansteigen?
Viele Hunde werden in den Tierheimen abgegeben oder auch ausgesetzt, weil sie alt und/oder krank sind oder weil man einfach keine Lust mehr auf die mittlerweile erwachsenen Vierbeiner hat – Welpen sind ja um so viel süßer.
Aber es gibt auch jene arme Kreaturen, für die die „Einlieferung“ ins Tierheim ein wahrer Segen ist. So entkommen sie wenigstens ihren Quälern, Peinigern und Vergewaltigern – ja, so was gibt es wirklich.
Viele der Tierheimhunde warten nur ein paar Tage auf ihre neuen Besitzer, die sie hoffentlich gut behandeln und bis an ihr Lebensende für sie da sind. Das sind dann meist die leicht vermittelbaren, kleineren oder mittelgroßen Hunde.


Und dann gibt es noch diejenigen, die als schwierig eingestuft werden oder einfach nur groß oder alt sind. Sie warten oft wochen-, monate-, oder sogar jahrelang auf ein neues zu Hause. Manche von ihnen müssen im Tierheim sterben.Nun ist nicht jeder Mensch dazu erschaffen, einen Tierheimhund bei sich aufzunehmen. Aber wenn Sie über die Anschaffung eines Hundes nachdenken, so sollte auch diese Möglichkeit zumindest in Betracht gezogen werden. Und wenn Sie dem ansässigen Tierheim ein Besuch abstatten, wer weiß, vielleicht wartet dort schon Ihr „Traumhund“.

Aber Sie sollten sich natürlich gut überlegen, ob Sie einen Hund aus dem Tierheim holen möchten. Oft hat er schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht und ist misstrauisch. Aber Hunde fassen auch wieder Vertrauen, Sie müssen ihnen nur die Zeit dazu geben. Und das kann bei einem Tierheimhund bis zu zwei Jahre dauern – das kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung sagen! Dafür ist die Hund – Mensch-Beziehung nach dieser Zeit um so intensiver. Um so schlimmer wäre es für den Hund, wenn er ein weiteres Mal im Tierheim abgegeben würde.
Sprechen Sie im Vorfeld mit den Tierpflegern und Zuständigen im Tierheim, um so viel wie möglich über Ihren potentiellen Kandidaten zu erfahren. Gehen Sie regelmäßig mit ihm Gassi, um ihn kennen zu lernen und um zu sehen, ob die Chemie zwischen ihnen stimmt. Klären Sie innerhalb Ihrer Familie ab, ob auch alle hinter dieser Entscheidung stehen, einem Tierheimhund ein neues zu Hause zu bieten. Wenn alle Zweifel und Vorurteile aus dem Weg geräumt sind, steht einer spannenden Zukunft mit Ihrem Vierbeiner nichts mehr im Weg.

Auch wenn Sie sich nicht für einen Tierheimhund entscheiden:
Eines können Sie auf alle Fälle machen – übernehmen Sie eine Patenschaft für einen Tierheimhund! Im Normalfall unterstützen Sie hierbei das Tierheim mit einer kleinen Geldspende und können „ihr Patenkind“ zu den üblichen Gassi-Geh-Zeiten ausführen.
Wie das Ganze genau verläuft bzw. welche Voraussetzungen Sie mitbringen müssen, um eine Patenschaft für einen Tierheimhund übernehmen zu können, erfahren Sie bei dem jeweiligen Tierheim.

Weitere Informationen über Tierheimhunde finden Sie in dem tollen Buch Vier Pfoten auf Bewährung – Ein neues Zuhause für Tierheimhundevon Raphaela Oswald.

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