Der Welpenhandel

Immer und immer wieder werden Lastkraftwagen und Transporter gestoppt, in denen Hundewelpen, oft aus Osteuropa, auf eine lange Reise in ihre „Bestimmungsländer“ geschickt werden – sei es nun Deutschland, Österreich, Holland usw.… Und dann kann man wieder einmal in den verschiedensten Medien Schlagzeilen wie diese lesen:

Fieser Tierhandel: 92 Welpen aus Transporter gerettet.

Diese Hundewelpen, die schon so früh in ihrem Leben unfreiwillig auf Reisen gehen, sind meist gerade mal vier oder fünf Wochen alt. Sie vegetieren während einer oft tagelangen Fahrt in viel zu engen Transportkäfigen ohne Wasser und Futter dahin, sind oft unterkühlt und meistens krank. Sie haben Durchfall, der teilweise sogar blutig ist, Probleme mit den Augen oder Schnupfen. Und das sind häufig nur die kleineren Probleme, denn auch eine ordnungsgemäße Entwurmung oder Impfung ist nicht vorhanden und die mitgeführten Papiere sind oft gefälscht – welch trauriger Start in ein Leben. Wird einer dieser Welpen-Transporte gestoppt, werden die Kleinen zunächst in den nahegelegenen Tierheimen oder Tierkliniken untergebracht, untersucht und mühevoll wieder aufgepäppelt.

Gugugs – Fotolia.com

Aber auch dann, wenn die Kleinen diesen Transport überstehen und direkt verkauft werden, sei es aus dem Kofferraum eines Autos heraus, über Internet, Kleinanzeigen oder wie auch immer, und ein neues Zuhause finden, haben sie es noch lange nicht geschafft. Wie bereits erwähnt sind die wenigsten entwurmt und geimpft. Daher kann ein solcher Welpe beispielsweise an Parvovirose erkrankt sein. Diese Infektionskrankheit ist besonders für junge und geschwächte Tiere gefährlich, sie ist extrem ansteckend und ihre Behandlung ist äußerst kostspielig. Und auch dann, wenn eine gute Tierklinik ihr bestes tut, kann der Kleine oftmals nicht gerettet werden.
Ein weiterer Punkt ist, dass diese Welpen häufig Gen-Defekte aufweisen, da bei der „Zucht“ (obwohl diese Art der „Vermehrung“ den Begriff „Zucht“ nicht verdient hat) nicht auf den notwendigen Ausschluss ungeeigneter Hündinnen und Rüden geachtet wird. Hier zählt lediglich die Menge der Welpen. Und so werden Hündinnen zu Wurf-und Rüden zu Deckmaschinen.
Die „Ware Hundewelpe“ ist vielversprechend und lukrativ und lässt viele „Vermehrer“ nur an den Profit denken – wen interessieren da schon die Umstände, in die die Welpen hineingeboren werden. Das gleiche gilt für die Lebenshaltung der Elterntiere oder der unwürdige Transport, mit denen die Kleinen an ihr Zielland gebracht werden. Denn: Mit Hundewelpen ist gutes Geld zu verdienen.
Im Übrigen gibt es solche Vermehrer nicht nur in Osteuropa – auch manch ein deutscher „Züchter“ steht diesen Praktiken in nichts nach.
Möglich wird dieser Welpenhandel und die Welpen-Verramschung allerdings erst dadurch, dass die Nachfrage an Hundewelpen steigt, aber viele nicht bereit sind, den angemessenen Preis zu bezahlen, den ein Welpe aus einer seriösen Zucht kostet.

Archiv Iris Dürrschmidt

Primelsocke sagt:
Kauft Welpen deshalb niemals bei einem Massenzüchter – das gilt sowohl für Deutschland wie auch für das Ausland! Diese Welpen sind meist krank, nicht geimpft und ohne Papiere. Selbst wenn euch ein Impfpass gezeigt wird, heißt das noch lange nichts, denn diese Impfpässe sind oft gefälscht.
Natürlich ist es schwierig, einfach wieder wegzugehen und keinen der Kleinen mitzunehmen, solltet ihr an einen solchen unseriösen „Züchter“ geraten – und sei es nur aus Mitleid.
Aber diese Art der „Verramschung“ von Hundewelpen darf nicht unterstützt werden und durch den Kauf bei einem dieser Welpenhändler wird die Vermehrung der armen Welpen nur noch angeheizt.

Mehr über Welpen und deren Bedürfnisse lesen Sie auch in den Büchern:
Ein Welpe kommt ins Haus oder Welpen: Richtig halten und erziehen, Hundesprache verstehen

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